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Reisebericht - Nr. 1
Reisetag: Mittwoch 15. Juni
Von: Schweiz Bis: Calgary, Canada
Km: ca. 7500

 

Nach intensiven Vorbereitungen hatten wir es am Freitag 10. Juni geschafft, was wir lange im Voraus geplant hatten, um 18 Uhr alles Gepäck in unserem VW Böss verstaut zu haben. Einerseits das ganze Gepäck für unsere Reise, andererseits das Gepäck für das Wochenende in Genf wo Seraina, unsere Tochter, noch an ihrem Saisonhöhepunkt, der Schweizermeisterschaft in der Rhythmischen Gymnastik teilnahm und dabei in der Kategorie Gruppe Schweizermeisterin wurde.

Einige von euch werden wohl denken, dass wir so ein Programm brauchen (immer „volle Kanne“), die andern sagen einfach, dass Laupers das ein wenig brauchen. Ist aber alles eine Frage der Org. und Planung sagen wir. Ok, es gab einiges abzusprechen und zu organisieren, aber das liegt uns beiden und gehört zu uns.

Also, Seftigen – Genf – Zürich Flughafen – Übernachtung - und tschüss…

Der Flug ging recht zügig vorbei und nachdem wir im Hotel für die ersten 2 Nächte einchecken wollten, fragte uns die Dame, ob wir das erste Mal da sind. Als wir verneinten war sie erstaunt und fragte prompt nach, das wievielte mal wir in Calgary seien. Oh doch, unser Jüngster Quirin ist sichtbar das erste Mal hier, sagten wir. Die Dame fand, das sei ein Grund um uns einfach so upzugraden im Zimmer und uns den Platinstatus zu vergeben, der es uns ermöglichte in der  Sky – Lounge des Hotels ein- und aus zu gehen inkl. freien Getränken und Speisen. Ok, das nehmen wir doch  dankend an.

Am nächsten Tag war der Besuch des Zoo’s auf dem Programm. Nach üppigem Frühstück gings per Tram zum Zoo. Andri und Seraina freuten sich sehr, waren wir doch bereits 2008 in diesem Zoo. Und auch Quirin war ganz gespannt was es im grössten Zoo Kanadas alles zu sehen gab. Die Preise waren wie in der Schweiz, aber das schmälerte unsere Freude nicht.

Zurück im Hotel trafen wir Schweizer Bekannte, die in Calgary wohnen zum Gsprächle. Seit 49 Jahren wohnen sie bereits in Kanada, trotzdem im Herz immer noch Schweizer (und sprechen immer noch perfekt Schweizerdeutsch).

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Reisetag Mittwoch 15. Juni
Von: Calgary bis Crowsnest Pass
Km: 267
Wetter: sonnig, 23 Grad

 

 Am Mittwoch 15. Juni war es dann endlich soweit. Übernahme des Campers. Wie immer, das Prozedere mit Erklären des Fahrzeuges dauert schier unermesslich lange. Dies muss aber sein aus versicherungstechnischen Gründen. Wir luden dann gerade an Ort und Stelle unser Gepäck ein, was wiederum eine gefühlte Ewigkeit dauerte. Quirin war so kribbelig dass er alle 2min. fragte wann wir endlich abfahren.

Unser Plan war, dass wir nach Übernahme sicher noch bis zur amerikanischen Grenze (267km) fahren, damit wir dann anderntags den Übertritt in die USA machen können. Nach dem Großeinkauf fuhren wir los und kamen ca. um Mitternacht in Crowsnest Pass (Kanada) an. Die Kinder schliefen bereits tief und fest. Wir parkierten den Camper wild auf einem Platz und gingen sehr müde ins Bett.

Thema Unterrichten der Kinder: Da wir die Kinder für 3 Wochen zur Schule herausgenommen haben ist unser Plan, während den ersten Wochen den Schulunterricht der Kinder zu absolvieren, so dass dann noch genügend Zeit „Unterrichtsfrei“ bleibt. Dabei gibt es auch Schulstoff der ideal während der Fahrt erledigt wird (lesen, Wörter oder Sätze lernen).

Also verteilten wir die ersten Übungen und fuhren los Richtung Grenze. Wir wählten dabei einen kleinen Grenzposten, in der Hoffnung, dass wir nicht lange warten müssen. So war es dann auch. Wir waren die einzigen! Wir wurden den Eindruck nicht los, dass die Amis manchmal schon denken, dass ihnen die Welt gehört. Das Prozedere ist zum Schmunzeln. Man könnte meinen, dass jeden Moment ein terroristischer Angriff passiert. Die eine Dame war sehr nett und machte ihren Job. Die andere Dame war sehr bestimmt, lachte kaum und erklärte uns, dass wir künftig eine fixe Adresse angeben müssen bei der Einreise. Ich sagte ihr unsere fixe Adresse sei unser Camper worauf sie trocken und bestimmt sagte das sei keine Adresse, punkt. Ich schmunzelte und merkte von da an, dass sie mit dieser Art von Humor nichts anfangen kann. Nach 15 Minuten war der Spuk vorbei und wir in den USA.

Wir fanden einen herzigen Campground direkt am Lake Leo. Aber es goss wie aus Kübeln so dass wir unser erster heimeligen Abend im Camper verbrachten.

Gefahrene Km: 390

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Reisetag: Freitag 17. Juni
Von: Lake Leo Campground, Staat Washington Bis: Newhalem
Meilen: 261 (x 1.60934) = 418 km
Wetter: Wolken und Sonne, endlich.....

 

Unser 1. Teil der Reise, die Durchquerung des nördlichsten Gebirgszuges der USA mit Höhepunkt des North Cascade Highways  und anschließendem Besuch der Olympic Halbinsel westlich Seattle hatten wir uns etwas anders vorgestellt. Verwöhnt von Sonnschein pur vor 8 Jahren hofften wir auf ähnliches Wetter was uns nach dem heutigen Tag definitiv klar war das dem nicht so sein wird. Am Mittag genossen wir ein Picknick bei 25°,  danach durchquerten wir auf dem North Cascade Highway 3 Pässe wobei der Washington Pass mit fast 1800m der höchste war. Schnee, ja Schnee hatte es noch dort oben!!!!!

Seraina beim Training

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Reisetag: Samstag 18. Juni
Von: Newhalem Bis: Mt. St. Helens National Monument
Meilen 414
Wetter ...no Comment...

 

In der Nacht begann es wieder zu regnen. So kam uns eine Leckerei aus einer Bäckerei sehr entgegen, die unsere Stimmung etwas versüßte. Aber auch nur etwas. Wandern und Erkunden der Olympic Halbinsel mit 2 – 3 Übernachtungen war unser Plan. Andri fand, bei dem Wetter wandere er keinen einzigen Schritt. Die beiden andern Kinder fanden dies genauso. Wir fuhren los mit dem Ziel vor Ort einen Campingplatz mit Waschmaschine zu nehmen und dann schauen wie das Wetter wird. Campingplatz mit Waschmaschine und Strom nennen die Amis RV – Park. RV’s fanden wir, aber einer hässlicher und gruusig als der Andere. Weatherforecast, ihr dürft 3x raten…rain, rain, rain für die kommenden 3 Tage. Ok Planänderung, einfach Sonne bitte. Beim Mt. St. Helens Vulkan auf dem Weg nach Kalifornien war der Forecast super. Also noch eine Wäscherei aufsuchen und waschen, gleichzeitig erhalten die Kinder eine weitere Schulstunde beim auf die Wäsche warten, dann ab die Post in Richtung Vulkan. „In die Nacht hinein fahren“ nennen wir das und die Kinder lieben dies. Wir auch, denn so können wir Kilometer zurücklegen ohne dass die Kinder stundenlang im Camper sitzen und es ihnen auf einmal noch langweilig werden könnte während der Autofahrt, was ja total unverständlich wäre…hihi. Also fuhr ich los, alle außer ich J schliefen ein. Um 01h15 parkierte ich mit Blick auf den Vulkan (Supersicht mit Vollmond) und ging schlafen.

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Reisetag Sonntag 19. Juni    
Von: Mt. St. Helens National Monument Bis: Ychats, Pazifikküste, Oregon
Meilen 224    
Wetter: Wunderbar, perfekt, entzückend    

 

Erste Fotosession um 04h50, Vulkan erster Sonnenstrahl, anschließend Zmörgele und Erkundung des Mt. St. Helens. Besteigen konnten wir den Berg nicht, da noch viel zu viel Schnee liegt. Die Geschichte des Berges ist beeindruckend und auch tragisch. Bis 1983 war der Berg rund 2900m hoch. Dann explodierte der Berg und der Spitz wurde förmlich weggeblasen. Heute ist der Mt. St. Helens „nur noch 2500m hoch.

Anschließend Weiterfahrt an die Pazifikküste Oregons.

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Reisebericht – Nr. 2

Reisetage:          20. Juni und 21. Juni

      Von:                     Florence, Pazifikküste, Oregon und Umgebung               

      Meilen:               10

      Wetter:               Nebel, dann schön

Ah, bei der Ankunft um ca. 01h30 und nach dem abstellen unserer Karre…ja genau, ich hörte das Rauschen des Meeres, ein schöner Moment. Da wussten wir Eltern gleich was unsere Kids beim ersten Sonnenstrahl machen werden, ab an den Beach. Dies taten sie auch, nur leider im bekannten Nebel der Westküste.

Frühstück ist fertig Kids, keine Reaktion vom Beach her. Nach leicht lauterem Nachfragen kam ein einstimmiges im Trio gesprochenes Nein, keine Lust, endlich am Meer, keine Zeit für Futter. O.K. Jedoch kurz darauf (nach dem Schmieden eines Plans durch die Kids) tauchten diese auf und meinten, Frühstück ja, aber nur wenn sie anschließend weiter am Beach spielen dürfen. Wir Eltern boten an, das Ämtli „Küche“ freiwillig zu übernehmen.

In der Region um Yachats sind die bekannten Oregon Dunes wo u.A. auch Quad oder Sandmobile gemietet werden können. Ist das was für uns? Ja klar, das möchten wir unbedingt. Quirin fragte mit seinen Kulleraugen: Papa darf ich dann auch selber fahren, auch wenn ich nicht Auto fahre? Ab 10 Jahren darf jeder fahren, der die Kraft aufbringt so ein Ding zu lenken. Dies ist jedoch nur die halbe Wahrheit, denn wenn du mal stecken bleibst im Sand, und das passiert 100%ig, wenn du nicht geübt bist, dann solltest du deine Karree auch selber wieder ausbuddeln können. Denn bis jemand des Staffs dies sieht im begrenzten „Auslebe – Areal“ können gut mal 10min vergehen und dies ist wertvolle Austollzeit. Also bist du gut daran wenn du dies selber kannst. Seraina versuchte es und merkte dann nach 10m Fahrt und überstellen des Quad’s dass „leider“ die Kraft noch nicht ausreicht. Tränen der Enttäuschung flossen.

So wurde das Quad fahren zu einer Papa – ältester Sohn – Qualitätszeit. Wir genossen es und Andri lenkte den Quad über die Dünenlandschaft.

Danach suchten wir unseren ersten RV – Park auf da wir wieder einmal duschen wollen, dumpen und unsere Gadgets wieder mal laden. RV…dumpen…was ist denn das?

Als RV wird der Camper bezeichnet und heißt Recreation Vehikel was übersetzt Erholungs – Fahrzeug heißt.

Als dumpen ist der Vorgang gemeint wo die Dreckwassertanks (Abwasser und Klowasser) geleert werden und der Frischwassertank aufgefüllt wird.

Die Alles Leser unter euch kombinieren scharf und rechnen aus, dass wir seit Calgary, also 5 Tage nicht mehr geduscht haben. Katzenwäsche tut’s auch und einen Bogen um uns hatte auch niemand gemacht.

Tags darauf war am Morgen Schulunterricht angesagt. Danach gings ein zweites Mal ab in die Dünen. Diesmal gingen auch Seraina, Quirin und Jolanda mit einem Sandflitzer die Gegend erkunden gingen mit einem erprobten Fahrer. Das hat so richtig gfägt! Um km zu überbrücken fuhren wir wiedermal in die Nacht hinein um am kommenden Morgen im Crater Lake N.P. den Sonnenaufgang zu fotografieren.

 

Reisetage:          22. Juni und 23. Juni

      Von:                     Florence, Pazifikküste, Oregon                 bis:        Crater Lake N.P., Oregon

      Meilen:               180

      Wetter:               Schön

Ankunft um 01h38 am Westrand des Crater Lake N.P. Wecker gestellt auf 04h45. Bin ins Bett damit ich wieder fit bin am morgen früh. J

Bild…

Ja dieser Vulkansee ist wirklich beeindruckend. 11km Durchmesser, 550m tief und dieses Blau, etwas vom schönsten, das wir bisher gesehen haben. Anschließend ein herrliches Frühstück mit herrlicher Aussicht. Dann Schulunterricht mit leichtem Widerwillen. Die Kids wollen raus und spielen. Es hat noch genügend Schnee für eine kleine Schneeballschlacht.

Wir verbringen den Tag über hier und erkunden noch die wenigen Möglichkeiten, die es zu laufen gibt. Der östliche Rim ist noch geschlossen wegen des Schnees, der hier gut und gerne bis Anfang Juli liegen bleiben kann, um dann anfangs Oktober schon wieder den ersten Wintereinbruch anzukündigen.

Da in den Nationalparks freies Campieren nicht erlaubt ist (wie uns der Ranger netterweise darauf aufmerksam gemacht hat, was wir eigentlich wussten, aber es immer wieder mal darauf ankommen lassen…), fahren wir um halb zwölf nachts Richtung Klamath Falls, wo wir mitten in der Stadt in einer Seitenstraße den Rest der Nacht verbrachten.

 

Reisetage:          23. Juni und 24. Juni

      Von:                     Crater Lake N.P.                                         bis:           Lassen Volcanic N.P., Kalifornien

      Meilen:               312 inkl. Nationalpark

      Wetter:               Schön und heiss

Dieses Mal wollten wir uns etwas mehr Zeit nehmen für diesen Nationalpark, vor 8 Jahren sind wir da mehr oder weniger vorbeigerauscht.

Seit Beginn unserer Reise waren wir in Kontakt mit Stibe und Mare Götz, da sie sich auch in Regionen aufhielten, wo wir geplant hatten hin zu gehen. Und es klappte tatsächlich; im Lassen Volcanic NP trafen wir uns am Abend auf dem Campingplatz (den wir übrigens sehr empfehlen können, v.a. Site 9) und verbrachten zusammen einen spannenden und gemütlichen Abend. Am nächsten Tag waren wir alle zusammen unterwegs durch den NP, fuhren kurvige Straßen mit wunderschöner Aussicht, durch Wälder, an dampfenden und blubbernden Löchern vorbei und entschlossen uns dann einen Trail hin zu einem See zu laufen. Puh, dieser Trail hatte es in sich, nicht der Anstieg erschwerte uns das gehen, sondern die Schneemassen, die es zu durchlaufen galt. Schneeschuhlaufen war hier angesagt und dass in Kalifornien, im Sunshine State!!!!

Seraina und Marianne gingen auf halbem Weg zurück, Seraina hatte die falschen Schuhe an und Marianne musste wegen ihres Rückens Forfait geben. Der Aufstieg hatte sich gelohnt, zwar war vom See nicht viel zu sehen, da er noch unter einer dicken Schneeschicht lag und nur hie und da etwas Blaues unter den weißen Massen hervorlugte. Unser Fazit war, sollten wir jemals wieder in diese Region kommen, dann nicht vor Mitte Juli, da Ende Juni viele Trails noch geschlossen waren und auch nicht alle Rest Areas geöffnet waren.

Wir verabschiedeten Götzes, die noch eine 3 1/2wöchige Reise quer durch die USA an die Ostküste vor sich hatten und freuen uns schon auf ein Wiedersehen mit ihnen, bei welchem uns der Gesprächsstoff nicht ausgehen wird. Merci viu mau Stibe & Mare, s‘het gfägt mit euch!!

Wir übernachteten nochmals auf dem gleichen Campground wie letzte Nacht und dann gings weiter.

 

Reisetage:          25. Juni bis 26. Juni

      Von:                     Lassen Volcanic N.P                                  bis:           Fort Bragg, Kalifornien

      Meilen:               314 auf der Strasse 299 / 36 / 101

      Wetter:               Schön

Wir ließen den Lassen Volcanic NP Richtung Redding hinter uns. In Redding machten wir einen Einkaufs- und Lunchstopp. Wir machten Rast im Redding Lake Park, wo unsere Kids der Hitze etwas zu entfliehen suchten, indem sie das kühle Nass des Flusses genossen. Nach kurzer Pause ging es weiter Richtung Westen auf der 299 bis nach Douglas City und dann weiter auf der 3 über Hayfork bis in die Nähe von Forest Glen. Der Hwy 3 ist etwas abseits, verläuft aber durch landschaftlich sehr schönes Gebiet und wir sind auch aufgrund der kurvenreichen Straße nicht so schnell vorwärts gekommen. Spontan bogen wir beim Wegweiser „Hells Gate“ Campground von der Straße ab. Es war bereits halb sechs und wir waren doch schon eine Weile unterwegs. Wir waren gespannt was uns bei diesem „Höllentor“ erwarten würden und fanden eher ein „Heaven’s Gate“ vor. Lauschiger kleiner Campground im Wald direkt an einem ruhigen Flüsschen. Absoluter Hammer! Und das für sage und schreibe 6 Dollar!! Nebst der normalen Feuerstelle, gab es noch eine Möglichkeit auf einem Holz Herd zu kochen. Das ließen wir uns nicht entgehen und brieten uns nebst dem Fleisch auf dem Grill noch eine Pfanne Bratkartoffeln auf dem Herd. Lecker !! Andri genoss das Füürle bis spät in den Abend hinein sehr, seine Geschwister lagen derweilen schon im Bett. Diese Qualitätszeit ist für unseren Teenager sehr wichtig und in den Ferien spielt es ja auch keine große Rolle, ob man nun etwas früher oder später ins Bett geht.

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück mit Pancakes getoppt von Mapleleafsyrup und frischen Himbeeren (ein wahrer Festschmaus) stürzten sich die Kids in die Badehosen und in das sehr erfrischende kalte Wasser des Baches. Marco ließ sich auch noch zu einem Bad überzeugen und mir war die Rolle der Slomo (Slow-Motion-Filmli mit dem Handy)-Filmregisseurin überlassen.

Nach diesem erfrischenden Tageseinstieg, der bis gegen halb zwölf dauerte, ging unsere Reise Richtung Westen und an die Küste weiter. Auf dem Hwy 3 nach Alton und dann via Pepperwood durch den Humboldt Red Wood SP. Einfach traumhaft schön und diese Red Woods (Mammutbäume) sind gewaltig und beeindruckend. Hier auf einem umgefallenen Riesen machten wir einen späten Mittagshalt (also eher Nachmittagshalt). Der umgefallene Baum, auf welchem wir saßen (wir mussten, obwohl er schon am Boden lag, auf ihn hinaufklettern) war noch gute 70m lang, der vordere Teil (Krone) existierte nicht mehr. Auf der Jagd nach Fotosujets und noch mehr Gigantismus machten wir einen kurzen Rundgang durch den Wald. Inmitten dieser Riesen kamen wir uns eher wie Ameisen vor. Zudem herrschten hier angenehme Temperaturen, was wir auch sehr genossen.

Die Küste ruft und so geht es weiter auf dem Hwy 101 bis nach Leggett und von dort nehmen wir den Hwy 1, die Küstenstrasse, die nach San Francisco führt. Quirin liegt uns schon seit Stunden in den Ohren, wann wir denn endlich an der Küste sind. Als dann auf dem Hwy 1 immer noch keine Küste in Sicht liegt, wird er höchst ungehalten. Die Erklärung, dass er, wenn er das Meer sieht, trotzdem nicht baden kann, weil der Hwy einen großen Teil der Strecke den Klippen entlang führt, führt seine Stimmung auf den Nullpunkt. Auch Andri ist enttäuscht, zu unserer Beruhigung fällt er aber nicht gerade in eine Teenie bedingte Kaktusphase….

Mit dem Hwy 1 kommt auch der Nebel. Bäh, den wollen wir aber nicht. Zeitweise nimmt er uns zünftig die Sicht, zwischendurch sehen wir wieder ein Stück blauer Himmel.

Als dann das Meer in Sicht kommt, beruhigt sich das ganze etwas und als wir dann noch ganz unerwartet auf Meereshöhe fahrend, eine Möglichkeit sehen anzuhalten und einen Znachtstopp direkt am Meer einschalten können, ist die Welt wieder in Ordnung. Während dem ich das Abendessen koche, versucht Marco die Store am Slideout zu reparieren. Slideout ist ein Teil des Campers der seitlich ausgefahren werden kann um mehr Platz zu erhalten wenn das Fahrzeug nicht fährt. Andris scharfes Adlerauge hat entdeckt, dass eine Schraube fehlt und die Store runterhängt. Der Reparaturversuch wird zu einem Abenteuer, das Gott sei Dank glimpflich endet. Um zur Store zu gelangen, muss Marco nämlich über eine Leiter, die er auf die Motorhaube stellt, aufs Dach des Campers steigen. Beim Aufstieg kommt die Leiter ins Rutschen und Marco fällt samt Leiter vom Auto. Nicht auszudenken, wie das hätte enden können, die Schutzengel standen zum Glück bereit. Beim zweiten Anlauf, hielt Andri die Leiter. Geflickt werden konnte allerdings nicht, da die passende Schraube fehlte.

Bis es finster war, blieben wir noch am Strand, obwohl es langsam sehr frisch wurde und fuhren dann noch in die Nacht hinein, bis wir in der Nähe von Fort Bragg auf einem Rastplatz stillhielten, um zu schlafen.

Fort Bragg ist der größte Ort am Hwy 1 und wir nutzten die Möglichkeit, um Wäsche zu waschen. In der Laundry erklärt eine Einheimische Marco, dass wenn es im Landesinnern heiß ist, an der Küste der Nebel kommt. Aha, so ist das also, naja, dann wird uns der Nebel wohl noch etwas begleiten… Damit wir die Zeit nicht totschlagen müssen, frühstücken wir und die Kids vertiefen sich anschließend in ihre Schulbücher. In diesem Ort finden wir sogar noch eine passende Schraube und Marco kann den Slide Out flicken. Was bin ich doch immer wieder froh, einen Mann geheiratet zu haben mit handwerklichem Geschick (ist ja auch sein urspr. Beruf). Merci, bi stolz uf di!

Und weiter geht’s auf dem Hwy 1 in kurvigen Zügen mal mehr, mal weniger nah beim Meer, mal mit, mal ohne Nebel immer weiter bis kurz vor San Francisco, wo wir ein weiteres Mal irgendwo wild campieren.

 

Reisetage:          27. Juni bis 29. Juni

      Von:                     Fort Bragg                                                    bis:           San Francisco

      Meilen:               173 auf Highway 101 und 1

      Wetter:               Schön, zuerst warm dann aber sehr kalt!

Auf der kurzen Strecke von unserem Übernachtungsort (27.-28.) bis nach San Francisco herrscht schönes, sommerliches Wetter. Wir kommen von Norden her in die Stadt, d.h. um in die Stadt zu fahren, müssen wir zuerst über die Golden Gate Brücke. Diese möchten wir aber erst fotografieren, was wie sich bald herausstellt, kein leichtes Unterfangen ist. Kurz vor der Brücke führt eine Stichstraße rechts weg, den Hügel hinauf auf eine Panoramastrasse, von welcher man einen guten Blick auf Brücke und Stadt hat oder besser gesagt hätte… Als wir kurz vor neun morgens parkieren, ist weit und breit nichts von Golden Gate Bridge und Stadt zu sehen. Nein, nein, ans uns liegt es nicht, wir sind goldrichtig gefahren, nur leider versucht uns der Nebel wieder mal eins auszuwischen. Dieses Mal hat der Wirt die Rechnung ohne uns gemacht, hihi. Wir haben nämlich Zeit und Geduld. Denn Geduld bringt Rosen oder in unserem Fall den Blick auf Brücke uns Stadt. Um nicht untätig herumzusitzen, frühstücken wir und die Kids vertiefen sich einmal mehr in ihrem Schulstoff, während dem Marco den passenden Moment abwartet und ich zur Abwechslung mal einen Call nach Hause zu meinem Mami mache, um u.a. nach den neusten Eskapaden von Moritz (unser Kater) zu fragen, welcher mein Mami hütet (sie musste schon die Feuerwehr rufen, weil er unters Dach des Mehrfamilienhauses geklettert ist und natürlich nicht mehr runter konnte. Solche Auslagen sind in unserem Ferienbudget nicht enthalten und wir hoffen Moritz überstrapaziert die Nerven meines Mamis nicht mehr allzu sehr).

Nun unsere Geduld wurde belohnt und plötzlich präsentierte sich die Brücke um die Mittagszeit in ihrer vollen Pracht. Na, geht doch… Mittlerweile waren wir auch mit unserem Programm am Ende und wir konnten los, wollten wir doch unbedingt noch etwas von der Stadt sehen. Was bin ich froh, ist Marco ein so gewiefter Fahrer und hat auch vom Militär her so einige Erfahrung was Lastwagenfahren betrifft. So trieben wir mit unserem Kahn (immerhin 9,6m lang) Richtung Downtown, was anfangs kein Problem war, uns dann aber immer mehr die berühmten steilen Straßen von San Francisco in die Quere kamen. Wir fuhren mehr als einmal runter auf einer Straße, welche max. 3t Gewicht zulässt (ähm, unser Schnucktruckli bringt etwas mehr als das Doppelte auf die Waage) um dann noch herauszufinden, dass nur auf den Parkplätzen parkiert werden kann, bei welchen die Parkuhren graue oder grüne Köpfe hatten (gelb oder rot geht nicht oder nur zu bestimmten Zeiten). Aber Marco’s Motto lautet grundsätzlich: Ich finde immer einen Parkplatz. Und dank meiner tatkräftigen Mitsuche, fanden wir tatsächlich einen Parkplatz für unseren Camper, resp. brauchten wir den Platz von zweien. Noch kurz etwas zwischen die Zähne und ab geht’s in die große Stadt.

Schon nach wenigen Minuten kreuzten wir den Cable Car und fanden, dass wir mit dem weiterfahren, anstatt uns die Hacken abzulaufen. Wunderbarerweise hatten wir die Linie erwischt, die zum Hafen runter fuhr. Es war ein tolles Erlebnis mit dieser Bahn unterwegs zu sein, wenn auch nicht ganz günstig. Die Sonne schien, der Nebel war verflogen, aber es war kalt, brrrr. Es wehte eine steife Bise und Andri suchte immer wieder Schutz in den Souvenirläden. Einerseits um etwas warm zu bekommen, andererseits auf der Suche nach einem Pullover. Seraina fand schon im ersten Laden einen Faserpelz, der ihr gefiel und den sie sofort anzog. Irgendwann hatte auch Quirin kalt bekommen, trotzdem er bereits einen Pullover anhatte. Nach dem Hafenrundgang und den Seelöwen am Pier 39, zog es uns in eine Pizzeria, wo wir uns bei einer feinen Pizza aufwärmten. Trotz Bise, durfte dann draußen das Glace nicht fehlen und zu guter Letzt fanden auch Andri und Quirin noch einen Hoodie, der ihnen gefiel (und auch noch warm gab). Mit dem Tram gings dann wieder ein Stück Richtung Camper und als wir dann am Ziel resp. beim Camper waren, freuten wir uns, der Bise endlich entkommen zu sein.

Wir fuhren wieder zurück an unseren Ausgangsort auf der Panoramastrasse. Aus dem geplanten Fotoshooting zum Sunset wurde nichts, wir waren erstens zu spät und zweitens… genau, der Nebel war auch wieder da. Naja, wir wollten sowieso da oben übernachten, evtl. klappte es ja dann mit dem Sunrise… Was uns dann wenige Stunden später weckte, war nicht ein wunderschöner Sonnenaufgang, sondern die Nebelhörner. Potz Hühnervogel, hört denn das nie uf!!! Sie hatten einen gewissen Rhythmus, sodass ich mit der Zeit genau wusste, wann welches Horn tutete. Irgendwann drückte ich meinen Kopf tiefer ins Kissen, hielt mit der einen Hand noch das andere Ohr zu und dämmerte noch etwas vor mich hin. Irgendwann musste ich eingeschlafen sein und das Getute hörte auch auf. Ich erwachte ab dem Geklapper von Geschirr und stellte fest, dass meine Familie mich schlafen gelassen hatte und schon gefrühstückt hatte.

Dieses Mal war der Nebel am längeren Hebel und wir waren des Wartens leid (die Brücke hatten wir ja schon im (Foto)kasten). Da es soooo kalt war in Frisco fanden wir echt keinen Gefallen diese Stadt weiter zu erkunden.

So fuhren wir ein zweites und letztes Mal über die nebelverhangene Golden Gate Bridge und ließen San Francisco bald hinter uns (dann kam auch die Sonne wieder…)

Unser Ziel war Gilroy, südlich von San Francisco und als Outletsshoppingmeile bekannt. Da das eine oder andere auf unserem Einkaufszettel stand, wollten wir uns dieses „Shoppingvergnügen“ nicht entgehen lassen. Es gab so viele Läden, dass wir 6 (!) Stunden unterwegs waren und lange nicht in jeden Laden hineingingen. Um neun Uhr abends saßen wir Nudelfertig am Tisch aßen noch etwas Kleines zum Znacht, umringt von Taschen und Säcken. Shoppen ist wahrlich anstrengend, puh.

Alles so verstaut, dass nichts rumfliegen konnte und dann gings raus aus der Stadt, hinein in die Nacht und Richtung Yosemite NP, wo uns schon das nächste, nicht erwartete Abenteuer erwartete.

 

Reisetage:          29. Juni bis 2. Juli

      Von:                     San Francisco                                              bis:           Yosemite N.P.

      Meilen:               264

      Wetter:               Schön, heiss

Wir fuhren in die Nacht hinein und stellten unsere Karre um 02h30 in Mariposa, einem Ort kurz vor dem Parkeingang in den Yosemite N.P., auf einen Parkplatz. Eigentlich war ich am Parkeingang und wollte dort schlafen gehen, aber dort gab es keinen Handyempfang. Diesen brauchten wir zwingend da sich der Gesundheitszustand meiner Mutter (Marco) rapide verschlechterte. Als es Tag wurde suchten wir einen Campingplatz auf. Es war heiß, sehr heiß (38°). Ergo Klimaanlage einschalten und etwas abkühlen. Denkste! Eher heizte die Klimaanlage, als sie kühlte. Doch nicht etwas defekt? Wir nahmen Kontakt auf mit unserer Camper Vermietung. Diese sagte „natürlich“ dass es momentan schwierig sei einen Mechaniker zu finden, da in Amerika das laaaaaange Wochenende (Nationalfeiertag 4. Juli) anstehe und viele nicht arbeiten. Im schlechtesten Fall 5 Tage vor Ort gestrandet. Ok, entweder Klimaanlage defekt lassen oder in Gras beißen. Die Camper Vermietung gab uns zwei mögliche Optionen: Entweder kann die AC repariert werden oder sie wird durch eine neue ersetzt die dann am 5. Juli angeliefert kommt wenn der Mechaniker den Totalschaden diagnostiziert. Wir mussten 60 Meilen (96km) zurückfahren um bei Mike’s RV Center zu erfahren dass die AC Schrott sei. Eine neue muss her. Mike meint dass es doch für uns sehr mühsam sei zu warten bis am 5.7. d wir doch unterwegs seien. Ja genau finden wir auch. Ich frage ihn was er für einen Plan B habe. Wir können nach Fresno fahren und eine neue kaufen, er montiere diese dann. Dies spart Zeit und wir können heute Nachmittag wieder weiter. Die Gefahr sei einfach, dass unsere Camper Vermietung nicht die gesamten Kosten übernehmen würde. Egal, das kriegen wir hin mit der Vermietung. Ab nach Fresno! Zurück montierte Mike die Anlage und tatsächlich, es kühlte wieder! Danke Mike. Ab Richtung Yosemite N.P.

Tags darauf fuhren wir Richtung Parkeingang mit dem üblichen Procedere: Nationalpark – Pass zeigen, Infomaterial fassen und hören dass es nicht erlaubt ist wild zu campen im Park. Ah und dass alle Campingplätze voll sind. Dann auf einmal dass, eine Riesenblechlawine weit vor dem Parkeingang. Wir standen im Minimum 45 Minuten im Stau. Da kann doch nicht sein dachten wir. Aber auf dieser Reise stellen wir immer wieder fest, dass gegenüber vor 8 Jahren wirklich wesentlich mehr Leute in den Parks und den Campingplätzen sind. Trotzdem, alles vorreservieren ist gar nicht unseres.

Unser Plan ist der Aussichtspunkt Glacier Point am Südende des Parks. So vermieden wir das Yosemite Village wo ganz viele Parkbesucher Halt machen. Der Plan ging auf. Mit Superblick auf den Half Dome genossen wir den Tag auf etwa 7214 Fuß was 2200m entspricht. Unser Mister Squirrel – Beobachter Quirin konnte es nicht fassen dass diese Eichhörnchen Art einem fast bis auf den Schoss kriechen. Quirin spinnt sowieso wenn er diese Tierchen sieht. Andri klettert wie ein Steinbock auf jedem Felsen herum. Er genießt es sowieso aktiv etwas zu tun. Seraina ist die rasende Reporterin und versucht Squirrels zu fotografieren. Am Abend nach Sonnenuntergang beobachteten wir noch die Sterne und versuchten Sternbilder zu erkennen was mit Hilfe unserer Kinder auch gelang. So etwas wie Schulunterricht für die Eltern im Freien. Anschließend durchquerten wir den Park zum Ostausgang um außerhalb „wild“ zu übernachten. Am Morgen ein grandioser Ausblick auf See und Berge auf 3031m. Um wieder Erreichbar zu sein verließen wir den Park. Der tägliche Medical – Report meiner Schwester die aus England in die Schweiz reiste war, dass unsere Mutter stabil sei.

Auf der Weiterfahrt Richtung Death Valley wurde es immer heißer. Auf dem Tioga Pass waren es gut 24° und in Lone Pine, dem Westeingang des Death Valleys gut 40°. Unsere Kids wünschten nach den letzten Tagen immer unterwegs zu sein mal Pause zu machen. Wir fanden auch dass dies ein guter Plan ist, auch um wandern zu gehen im Gebirge des Mt. Whitney, dem höchsten Berg Nordamerikas.

Meine Schwester meldete sich per Telefon und teilte uns mit, dass sich der Zustand plötzlich verschlechterte.

Tags darauf um 3h30 fuhren wir los und durchquerten das Death Valley um rechtzeitig den Sonnenaufgang zu fotografieren. Die Kids schliefen noch herrlich und merkten von der Fahrt nichts.

Das „Tote Tal“ ist auch bei der zweiten Erkundung nach 2008 beeindruckend. Wirklich fast Tot scheint das Tal beim Blick in die Ferne. Beim genaueren hinsehen erkennen wir aber auch Leben. Sträucher oder einzelne Zweige sind sichtbar. Beim Badwater Point, 85 Meter unter dem Meeresspiegel gelegen gibt es sogar Wasser. Unser jüngster Quirin ist bereits wach und will hinaus in die Hitze, die morgens um 05h30 bereits weit über 36° hat. Die andern zwei Kids zeigen schon Teenager – Verhalten, die verpennen das Death Valley gänzlich. Noch vor dem Frühstück verlassen wir das Tal wieder denn mit unserem Mietcamper wäre es natürlich nicht gestattet gewesen, das Death Valley zu befahren.

Auf dem Oasis RV Park am Rande Las Vegas finden wir einen Platz für unbestimmte Zeit, denn Ich Marco fliege heute Abend nach Hause. Unser Familienrat hat beschlossen dass vorerst nur ich in die Schweiz zurückkehre und wiederkomme um die Reise gemeinsam fortzusetzen. Zeitlich gesehen haben wir Halbzeit was eine ganzheitliche Rückkehr der ganzen Familie momentan ausschließt.

Mein Flieger startet um 20.10 Uhr Ortszeit Richtung Schweiz.

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Reisebericht – Nr. 3

Reisetage: 06. Juli abends bis 08. Juli

Von: Las Vegas und Umgebung

Meilen: 0

Wetter: heiss, 45°

Sodeli, Marco ist weg und ich bin nun mit den Kids "home alone in USA". Wird schon schief gehen;)) Der heutige Tag ist ja schon gelaufen. Kurz vor 20 Uhr sind wir zurück auf dem Campingplatz. Die Kids haben noch Hunger und die Resten sind schnell gewärmt, Mikro sei dank. Dann noch ein abendliches Bad im Pool und schon ist Bettehuuse ga pfuuse angesagt. Am Morgen nach dem Zmorge ist zuerst eine Runde "Auto spielen" draussen rund um unseren Platz angesagt. Derweilen ich das Weekend organisiere. Von Marco habe ich ein Whatsapp erhalten, dass er gelandet ist. Am Abend vorher habe ich mich etwas schlau gemacht, was wir in der näheren (nach amerikanischen Verhältnissen) Umgebung unternehmen können. Dabei bin ich auf den Lake Havasu in Arizona gestossen, ca. 200km von Las Vegas. Ich rufe den State Park an und reserviere für zwei Nächte einen Platz am See. Nach dem das Weekend organisiert ist, gehen wir zum Pool und geniessen das kühle Nass in der heissen Sonne von Las Vegas. Wir haben über Nacht Schweizer Nachbarn erhalten, eine Familie mit 3 Kindern (wovon der Älteste bereits 18 ist). Dadurch habe ich heute fast frei, haben sich meine drei Kinder und die Nachbarskinder schnell gefunden. Wir bleiben den ganzen Tag über auf dem Campingplatz, Seraina und Quirin nützen die Zeit um Karten zu schreiben und ich schreibe einen Überblick für den 2. Reisebericht, damit ich noch weiss, wann wir wo waren. Irgendwann raucht mir der Kopf, es geht mir mit den Tagen nicht auf. Ich drehe und wende das Ganze, nehme nochmals die Karte zur Hand und versuche mir immer wieder in Erinnerung zu rufen, wo wir wann waren, aber Hüehnervogel nonemal, es wott eifach nid ufgah! Dafür gebe ich auf und gehe zum Pool, um meinen rauchigen Kopf wieder etwas auf Normaltemperatur zu bringen, was bei ca. 42 Grad eine Herausforderung ist. Ich habe ja am Weekend sicher auch noch Zeit mich dem Problem zu widmen. Am Freitagmorgen gehen Andri, Seraina und Quirin nochmals zum Pool. Ich telefoniere derweilen in die Schweiz, um up to date zu bleiben und Marco über unsere Reisepläne zu briefen. So wies aussieht, landet er am frühen Montagabend wieder in Las Vegas. Oh, das sind schöne Nachrichten, wir vermissen ihn schon sehr. Snieff! Wir machen ab, dass wir am Montag nach der Landung noch auf den Strip (DIE Strasse in Las Vegas, wo man hingeht als Tourist) gehen. Die Kinder sind begeistert, und ich bin froh über diese Lösung, denn alleine mit den Kindern und unserem "Schiff" will ich nicht in die Stadt gondeln. Ich mache den Camper reisefertig, reserviere hier noch eine Nacht von Sonntag auf Montag und kurz vor 12 Uhr geht’s los Richtung Süden.

 

Reisetage: 08. Juli abends bis 10. Juli

Von: Las Vegas - Lake Havasu – Las Vegas

Meilen: 310

Wetter: heiss, 45°

Ca. 4 Stunden sind wir unterwegs, inklusive Mittagspause und tanken. Wir haben es nicht eilig und geniessen auf der Fahrt die Aussicht. Ich staune immer wieder über diese unendlichen Weiten, welche dieses Land zu bieten hat. Trotz gewisser Eintönigkeit in diesem wüstenähnlichen Gebiet, strahlt die Kargheit eine gewisse Faszination und Schönheit aus. Beim zweiten Tankstopp kurz vor unserem Ziel zeigt sich eine zweite Eigenschaft, die diese Region ausmacht, der Wind haut mich fast aus meinen Flipflops. Hier hat Mann/Frau stets eine Fönfrisur , ich glaube hier hilft nicht einmal mehr der Haarlack von Gilbert Gress. Zu vergleichen ist das in etwa wie wenn man sich einen Haarfön vor das Gesicht hält, eigeschaltet auf Stufe II. Also eine Abkühlung ist das nicht. Item, hier ist es noch heisser als in Las Vegas, ich schätze ca. 45 Grad. Zum Glück fahren wir an den See… 16 Uhr Ankunft auf dem Lake Havasu State Park Campground. Unser Platz hat keinen Baum (auch sonst hat es nicht viele), nur über dem Essplatz hats ein Dach, das je nach Tageszeit ein wenig Schatten spendet. Da wir Strom- und Wasseranschluss haben, ist das aber nur halb so schlimm. Sobald wir eingerichtet sind, laufen wir zum See für eine erste Abkühlung. Wir staunen wie klar das Wasser ist, man sieht bis zum Grund. Durch den Wind haben wir Wellen, als wären wir am Meer und die Temperatur stufen wir auf lauwarm ein. Nun bei dieser Hitze ist auch lauwarm noch ganz ok. Der See ist beliebt bei Wassersportlern und es hat dementsprechend einige Boote und Wassertöffs auf dem See. Trotzdem der Campground ist das ganze Wochenende über mehr als halbleer. Das erstaunt uns, aber evtl. ist es vielen einfach zu heiss. Ich staune wie Andri, Seraina und Quirin es so lange in dieser Hitze aushalten und im Sand entweder Schlösser bauen oder Strassen ziehen, um mit ihren Autos zu spielen. Zwischendurch wieder ins Wasser und wieder zurück an den Strand zum weiterspielen. So geht es das hin und her bis in den späten Nachmittag. Ich hocke über Mittag zwei Stunden an unserem Essplatz einigermassen im Schatten und schreibe Reisebericht bis es mir und auch dem Laptop zu heiss wird. Den Laptop zurück in den Camper und ich ab ins Wasser. Im Camper läuft die Klimaanlage 24 Stunden lang auf Hochtouren. Trotzdem haben wir abends im Camper immer noch etwa 25 Grad. Es ist so heiss, dass sogar die Glace im Gefrierer zu schmilzen beginnt wird und sich die Wasserglacestengel nur noch zum trinken eignen. Unser Menu am Abend wird auch etwas zur Herauforderung: Pouletbrust auf dem Grill, dazu Baked Potatoes. Bei diesem Wind bin ich stets etwas besorgt, genügend Glut zu haben. Aber mit viel Geduld, klappt es und die Kids sind begeistert über das feine Znacht (oh Wunder, Seraina und Quirin essen Poulet und Seraina sogar Kartoffeln, das ist schon fast so, als würde es in der Wüste schneien, hihi). Am Sonntagmorgen ist der Kühlschrank leer und unser erstes Ziel auf der Rückreise ist einkaufen, was hier in den Staaten an einem Sonntag kein Problem ist. Mit vollem Kühlschrank geht’s weiter über Topock auf die Route 66. Laut Reiseführer soll der Teil der Route 66 noch sehenswert sein, was beim grössten Teil nicht mehr der Fall ist. Und da Quirin ein grosser Cars Fan ist, ist die 66 Pflicht und auf dem ersten Teil der Strecke auch angenehm zu fahren. Einem bald achtjährigen Jungen auf seine Frage, ob Lightning McQueen tatsächlich hier durchgefahren ist, dann zu erklären, dass dem nicht so ist und wieso, weshalb, warum ist eine gaaanz andere Sache. Auf halber Strecke kommen wir in Oatman, einem touristischen Westernstädtchen mit wilden Eseln vorbei. Klar, dass wir hier Halt machen, uns durch die vielen Läden schieben und bei jedem zweiten Esel (vierbeinigen) halten, um ihn zu streicheln. Seraina und Quirin freuen sich, als ihnen eine Frau gepresste Heuwürfel in die Hand drückt mit der Aufforderung, diese den Eseln zu geben. Andri hält sich vornehm zurück. Als angehender Teenager ist ihm die kindliche Begeisterung für so etwas schon etwas abhanden gekommen. Nach kurzem Zmittag, geht’s weiter auf der 66. Der zweite Teil bietet doch eine gewisse Herausforderung für unseren fahrbaren Untersatz (oder eher für mich). Mit einem 31feet long (9,6m) RV über enge Passstrassen zu kurven ist nicht immer ganz ohne, zumal unser "Schiff" aufgrund seiner Länge hinten ausscheert, so dass ich immer um die Kurve schielen musste, ob uns da wohl jemand entgegen kommt. Ich nahm die Herausforderung an, ganz nach dem Motto: die beste Gelegenheit, mich mit unserem fahrbaren Zuhause so richtig vertraut zu machen. Es reichte sogar, um unterwegs noch ein paar Fotos zu schiessen. Wieder auf dem Highway 93, ging die Fahrt zwar zügig, aber auch etwas langfädig voran. Gegen 18 Uhr abends waren wir wieder zurück in Las Vegas und die Kids tobten sich dann nochmals im Pool aus.

 

Reisetag: 11. Juli

Von: Las Vegas – The Strip

Meilen: 0

Wetter: heiss, 45°

Den Montag schlugen wir uns mit baden und lädele um die Ohren, bis es dann endlich Zeit war, um zum Flughafen zu fahren, um den von uns sehr vermissten Ehemann und Papa abzuholen. Glücklich wiedervereint, fuhren wir sogleich an den Strip, um uns ein zweites Mal von dieser nie ruhenden Stadt und ihren Lichtern beeindrucken zu lassen (und auch von den Menschenmassen, die sich hier bewegten). Die Casinos übten eine gewisse Anziehungskraft auf die Kinder aus. Man darf zwar teilweise an den Spieltischen vorbeigehen, aber mit Kindern im Schlepptau nicht anhalten. Sofort wird man aufgefordert weiterzugehen. Nachdenklich stimmten mich eher die Geldautomaten, die manchmal direkt bei diesen Tischen standen, sodass man sich nur umzudrehen brauchte, um Geld abzuheben, wenn man welches brauchte. Ich möchte nicht wissen, wieviele sich hier täglich in den Ruin spielen. Andri wagte sich als Einziger auf die Achterbahn (diese Zeiten sind bei mir vorbei, als ich noch für jede Bahn zu begeistern war) und vor lauter Eindrücken wurde es 22 Uhr bis wir uns beim Mexikaner hinsetzten und eine Riesenportion Fahitas reinschaufelten. War das lecker, mmmh! Mit vollem Magen kam dann die Müdigkeit und Seraina begannen die Füsse weh zu tun. Das imposante Wasserspiel beim Belaggio, liessen wir uns trotz später Stunde nicht entgehen. Und da wir direkt hinter dem High Roller (weltgrösstes Riesenrad) parkiert hatten, kam es für Quirin nicht in Frage, diesen auszulassen, obwohl es schon gegen Mitternacht ging. Seraina gab Forfait und bei Marco machte sich der Jetlag spürbar. So zottelten die beiden Richtung Camper und ich mit unserem Teenager und unserem Jüngsten zum High Roller, um noch in luftige Höhen zu gondeln. Ich war ganz ehrlich auch ziemlich auf dem Schnauz, doch im Nachhinein bin ich froh, uns diese 30minütige Fahrt gegönnt zu haben. Las Vegas Nightlife kommt aus dieser Höhe voll zur Geltung und es hat uns dreien sehr gefallen. Todmüde fielen die Jungs gegen halb eins ins Bett und Marco und ich fuhren noch in die Nacht hinaus, um eine Stunde später (um ca. 2 Uhr morgens) kurz vor dem Valley of Fire und in einer landschaftlich wieder völlig anderen Welt am Strassenrand anzuhalten, um noch ein paar Stunden zu schlafen, bis der State Park öffnete.

 

Reisebericht – Nr. 4

Reisetage: 11. Juli – 13. Juli

Von: Las Vegas – Valley of Fire und Umgebung

Meilen: 49 plus 30

Wetter: heiss, 43°

Ok, ich gebe es zu, die Flurgreise hat mich mehr Müde gemacht als gedacht. Frühmorgens fotografieren im Valley of Fire, Wunschvorstellung. Wecker abstellen und weiterpennen. Ja da machen sich wohl die Mittvierziger bemerkbar. Also sind wir in den Park gefahren um einen Platz auf dem anscheinend immer gut gebuchten Campground zu ergattern. Leer. Es hat etwa 2 Plätze die besetzt sind, der Rest leer. Und siehe da, man glaubt es kaum, die Plätze haben Wasser und Strom. Bei 43° keine Frage wir suchen uns einen Platz mit Strom. Morgenessen bereitstellen nach einer kurzen Platzbegehung. Moment mal, wer sitzt den da beim Zmorge? Alex und Tom aus dem Aargau die wir bereits im Death Valley erlöst haben mit einem Foto damit sie sich nicht verrenken mussten bei einem Selfie. Bei der Unterhaltung bemerkte Tom, dass das mit gutem Kaffee so eine Sache ist in den USA. Also sevieren wir ihm einen Nespresso zu seiner Kaffeeabstinenzerlösung. Das Valley of Fire hat seinen Namen wegen der feuerroten Felsformationen die wirklich sehr eindrücklich sind. Unsere Kids lassen sich nicht zweimal bitten und beklettern praktisch jeden Fels auf dem Campground. Andri unser Steinbock auch noch sehr schnell. Ueli Steck muss sich fast vor seinen Rekordbesteigungen fürchten…  Wir begeben uns auf Erkundungstour durchs überblickbare Valley und suchen nach der einen oder andern Fotografiermöglichkeit. (Gäu Mätthu, ins Loch steigen um den kleinen Bogen zu fotografieren…aber wo ist diese Stelle???) Am Abend feines BBC mit Alex und Tom.

 

Reisetag: 13. Juli

Von: Valley of Fire – Grand Canyon South Rim – irgendwo zwischen South Rim und Page

Meilen: 340

Wetter: 44° - 35°

Ein Tag zum vergessen, streichen löschen aus der Agenda aus dem Kopf aus der Reise. Wieso? Jemand steckte uns dass es in Seligman nach dem Cars Film solche Filmrequisiten hat und toll sei für die Kinder. Ausser 5/6 alte Autos die als Idee für den Film dienten – nichts – einfach nichts. Ich Marco fand das eine tolle Idee für die Kids, denn diese finden Cars cool. Aber auch sie fanden es langweilig. Dann ans South - Rim des magischen Grand Canyon. So magisch finden wir den gar nicht (siehe Reisebericht aus dem Jahr 2008) und dann noch ca. 20min. nach Sonnenuntergang eintreffen – einfach sch… Was nun? Übernachten oder weiter? Unser Ziel ist ja dieses Jahr das North - Rim des GC. Also weiter und irgendwo essen und übernachten. Bei einem Lookout machte wir Pasta und dann überschwappten allen von uns die Gefühle und es entluden sich ein Personengewitter am andern. Alle schrien sich an ausser Andri, der blieb ruhig. Was war der Grund. Einige unterschiedliche. Bei den Kindern die lange Fahrt (es war wirklich zu lange!) dann die Meinungsverschiedenheit zwischen Jolanda und mir wegen unausgesprochenen Verhalten. Aufgrund der Situation lange Strecke, Müdigkeit etc. „dachte“ Jolanda dass das fotografieren (Multivision hin oder her) einfach an 2. Stelle kommt, was ich 100% nachvollziehen kann und auch ok finde. Nur hätte ich gern gehabt dass sie mir ihre Gedanken auch so per Sprache mitteilt und nicht denkt das ist doch klar. Ergo, wir haben uns dann schnell wieder alle beruhigt und wir mussten nochmals etwas fahren, denn im Park selber ist es nicht gestattet wild zu campieren. Am nächsten Morgen fuhren wir noch vor dem Frühstück los, um im Marina Resort einen Platz zu ergattern.

 

Reisetage: 14. Juli bis 16. Juli

Von: Page, Arizona bis Grand Canyon North Rim

Meilen: 124

Wetter: wieder über 40°

Einen Platz an der Sonne gabs für einige Dollars (zu viele für das was dieser unebene Platz bot) ohne Strom und Wasser. Wäre ja ok, nur bei über 40° problematisch. Nach dem Frühstück peilten wir den Lower Antelope Canyon an. Das ist ein Slot Canyon. Vor 8 Jahren war da ein freistehendes Kassenhäuschen und im Canyon drin ca. 20 Menschen. Jetzt, fast unglaublich ein Gebäudekomplex mit Ticketschalter, Wartezone und Souvenirladen mit von Indianern gefertigtem Schmuck, Pfeil und Bogen, Teppichen usw . Jeder bekommt eine Einlasszeit. Je nach Andrang bis 2/3 Std. Wartezeit. Der gegenüberliegende Upper Antelope Canyon ist für die kommenden 5 Tage ausgebucht. Wir lösen die Fee für Fotografen. D.h. persönlicher Guide, 2 Std. Aufenthalt anstelle 1h für Gruppen und alle Gruppen können wenn nötig überholt werden. Du glaubst es nicht, im Canyon (zwischen 60cm und 2m breit) gehen die Menschen im Gänsemarsch durch den Canyon. Wir haben uns gesagt wir sind in unserem Leben 3x hier. 1x war vor 8 Jahren, 1x jetzt und das dritte Mal schenken wir dir. Uns fällt immer wieder auf, es hat gegenüber 2008 viel mehr Menschen in den Parks und bei den Sehenswürdigkeiten. Trotzdem vorreservieren würde doch auch etwas einengen, oder? Trotz allem war es uns nochmals wert diesen Canyon zu besuchen, dieses Farbenspiel der Gelb-, Orange-, Rot- und Brauntöne je nach Lichteinfall ist einfach bezaubernd und zeigt uns staunend auf, zu was für Schönheiten unsere Natur fähig ist. Den Jungs wurden die zwei Stunden irgendwann zu lange, was wir in dieser Menschenmenge auch verstehen konnten. Andri vertrieb sich noch etwas die Zeit, indem er mit Papas Handy sehr sehenswerte Fotos machte. Mit dem Abstecher bei McDonalds hellte sich auch Quirins Stimmung wieder auf. Auf dem Weg an den See, fuhren wir in Page noch an einem Campingplatz vorbei. Spontan fragten wir, ob sie noch einen Platz mit Water/Electric hätten. Und siehe da, sie hatten und erst noch günstiger als der andere Platz, den wir zuerst angefahren sind. Zufrieden fuhren wir runter zur Marina und genossen zum Abschluss des Tages ein kühles Bad im Lake Powell.

Am nächsten Morgen fuhren wir los zum zweiten Mal Richtung Grand Canyon, diesmal ans North Rim, das weniger touristisch ist und welches wir uns für diese Reise vorgenommen hatten. Mit dem Anstieg der Höhe veränderte sich auch rasch wieder die Landschaft. Aus Büschen und Sträuchern wurden wieder Bäume, aus Bäumen Wald und zwischendurch immer wieder die Möglichkeit anzuhalten, um die Aussicht (und diese unendliche Weite) zu bewundern. In Jacobs Lake (bestehend aus einer Kreuzung, Tankestelle und Lädeli mitten im Wald) hat unser Camper Durst und im Lädeli nebenan ergattern wir uns noch frisches Toastbrot fürs Zmorge. Noch läppische 44 Meilen und dann haben wir unser Ziel bereits erreicht und sogar noch Platz unser Schiff zu parkieren, da der Parkplatz zu dieser Stunde noch nicht voll ist. So, jetzt zuerst mal ein ausgiebiges Frühstück und dann ab zum Rim. Auf spontane Anfrage beim Campingplatz, erfahren wir, dass unsere Aussicht auf einen Platz gleich Null ist heute. Ja nu, denken wir uns, dann hoffen wir wenigsten einen Platz im Restaurant für heute Abend zu ergattern, um Bison zu essen und fahren dann abends spät wieder raus. Den Tisch im Restaurant der Rim Lodge bekommen wir, zwar erst um 21 Uhr, aber das Bisonessen ist uns sicher, yeah!! Nach einem ersten kurzen Abstecher zum Rim sticht Marco der Hafer und er fragt an der Lodge Reception, ob sie wohl noch freie Zimmer hätten. Ja, sie hätten noch zwei Zimmer frei, ein Motelzimmer und ein Cabin, ist die Antwort. Wir trauen unseren Ohren nicht. Nach kurzer Beratung buchen wir die beiden Zimmer unter dem Motto: wir sind schliesslich jetzt und nur einmal hier. Die Kids stimmen in ein freudiges Indianergeheul, als sie ihr heimeliges Cabin in Beschlag nehmen. Seraina hätte am liebsten gleich ihre sieben Sachen aus dem Camper geholt und sich häuslich eingerichtet. Das hat jetzt aber doch noch Zeit. Zuerst wollen wir uns doch die Aussicht am Rim so richtig zu Gemüte führen und auch ein Abstecher im Souvenirladen darf nicht vergessen gehen. Ein Wermutstropfen hat unser Aufenthalt doch noch. Wir können nur einen kleinen Teil des North Rim erkunden, der andere Teil ist gesperrt wegen Waldbrände, welche wir aus sicherer Entfernung beobachten können. Trotzdem, das North Rim ist sehr sehenswert und fällt in keiner Weise vom South Rim ab. Ich für meinen Teil, würde wieder diesen Teil des Grand Canyon wählen. Auf dem Rückweg zum Camper werden wir noch Zeugen einer Bergrettung. Wie der Unfall passierte wissen wir nicht, aber wahrscheinlich ist der Mann gestolpert und gestürzt, als er abseits des Weges ganz nach vorne zum Rim (Abgrund) wollte. Gottseidank, ist er nicht in die Tiefe gestürzt, hat sich aber am Bein verletzt und steht unter Schock. Die Retter haben einiges zu tun, um den grossen und etwas korpulenten Mann zu sichern und auf einer Bahre über Büsche und Felsblöcke zu hieven. Da war eine Heerschar von Schutzengeln am Werk, damit die Sache so glimpflich ausging. Bis zu unserem Bisonschmaus haben wir jetzt noch genügend Zeit das Nötigste aus dem Camper zu holen und uns bereit zu machen. Gegessen haben wir sehr gut in schönem Ambiente, aber typisch amerikanisch. D.h. um 21 Uhr im Restaurant, nach der Bestellung geht’s nicht lange und die Vorspeise wird serviert. Kaum haben wir diese gegessen, kommt schon der Hauptgang. Auf die Frage des Kellners nach dem Essen, ob wir Dessert wünschen, verneinen wir und erhalten prompt die Rechnung, die der Kellner bereits bei sich hatte. Um 21.50 Uhr war der ganze Spuk schon vorbei. Das gemütliche Höckle u no chli brichte nach dem Essen wie wir dies in der Schweiz pflegen, kennen die Amerikaner nicht. Und das haben wir schon in Kanada, Australien und Neuseeland so erlebt. Trotz allem, empfehlen wir das Bisonessen in der Lodge sehr. Wer die Gelegenheit hat, soll diese unbedingt nutzen. Das Bison war zart und sehr fein, im Geschmack ähnlich dem Rindfleisch. Am nächsten Morgen bei der Fahrt raus aus dem Park, sahen wir die Bisons dann noch in lebender Form, eine ganze Herde, direkt an der Strasse. Wir sind glücklich, was wollen wir noch mehr…

 

Reisetage:          16. Juli bis 18. Juli

      Von:                     Grand Canyon North Rim                                            bis:           Kanab, Grand Staircase Escalante N.P., Utha

      Meilen:               81

      Wetter:               Schön, heiss

Die Fahrt dorthin ist auch wieder eindrücklich, von den Wiesen und Wäldern wieder runter in farbenprächtige, karge Felslandschaften. Auch die Temperatur steigt wieder entsprechend an. In Kanab gilt unser erster Besuch dem Visitorcenter, um uns schlau zu machen, wie das abläuft mit der Permitlotterie für in die Paria Wilderness. Marcos Traum ist es, die Wave fotografieren zu dürfen, aber pro Tag dürfen nur 20 Personen in diese Gegend; 10 können sich im Internet registrieren und weitere 10 Personen werden vor Ort, sprich in Kanab ausgelost. Das ganze Prozedere hat es etwas lachhaft Amüsantes an sich und erinnert uns ans Schweizer Zahlenlotto. Wer an der Lottery teilnehmen will, muss morgens spätestens um 8.30 im Visitorcenter sein. Das Permit wird immer für den Folgetag ausgelost, d.h. wer eins kriegt, darf nicht am gleichen Tag gehen. Dann werden alle in einen separaten Raum geführt und man muss ein Formular ausfüllen. Da wir uns beide registrieren wollen, dürfen wir aber nur ein Formular ausfüllen, wo beide Namen stehen und nicht jeder eins und dann jeweils beide Namen hinschreiben. Es haben alle die gleichen Chancen und darum darf jeder nur einmal auf einem Blatt stehen. Jedes Blatt wird mit einer Nummer versehen, wenn man es dem Ranger abgegeben hat. Der Ranger legt dann für jedes Blatt eine Kugel mit der entsprechenden Nummer darauf in ein „Karrussell“ (eben wie bei der Ziehung der Schweizer Lottozahlen). Um Punkt 9 Uhr werden die Namen und Nummern vom Ranger runtergelesen und dann dreht das Karrussell, bis 10 Personen ein Permit haben. Diese werden dann instruiert, die anderen sind entlassen. Wir haben kein Glück und da wir zeitlich nicht so unter Druck sind, beschliessen wir, am nächsten Tag es nochmals zu versuchen. So stehen für heute, einkaufen, baden im Freibad, waschen und Reisebericht schreiben an. Leider haben wir am nächsten Tag auch kein Glück und so verabschieden wir uns von Kanab und setzen unsere Reise fort.

 

Reisetag: 18. Juli

Von: Kanab, Utha bis Bryce Canyon N.P., Utha

Meilen: 77

Wetter: 40°

Die Fahrt in den Bryce Canyon dauert nur kurz. Trotzdem ist die Route sehenswert da die Vegetation wechselt von Wüstenähnlicher Natur auf Meadows innert Kürze. Die Kinder sind grad froh, dass es nicht allzu lange dauert. Trotzdem ein Stopp in der Bäckerei Forscher in Orderville ist für uns Europäer Pflicht. Eine deutsche Bäckerein mit allerlei Leckereien aber zu Preisen wie zuhause. Trotzdem schmecken tuts seeeeehr gut. Angekommen vor dem Parkeingang treffen wir auf das Erwartetet. Unmengen von Menschen. Ja der Bryce gilt als einer der sehenswertesten Nationalparks der USA. Dem können wir wirklich beipflichten. Dieser Park beeindruckt mit den Felsformationen geformt durch die Natur über Jahrtausende. Nun gilt es aber eine Bleibe zu suchen für die erste Nacht. Auf dem grossen Campingplatz finden wir ein Plätzchen ohne vorher zu reservieren. Nachtessen zubereiten, Heidi Film streamen und dann ins Bettchen hüpfen, denn am nächsten Tag ist Wandern im Bryce angesagt. Ihr könnt ja denken wie die Reaktion der Kids ausfiel aufs Stichwort wandern…

 

Reisetage: 19. Juli bis 21. Juli

Bryce Canyon N.P., Utha

Meilen: 34

Wetter: 35°

Alle schlafen noch als ich um 5 Uhr den Motor starte und in den Park fahre. Sunrisephoto – Shots am Sunrisepoint. Ok, diese Idee hatte nicht nur ich. Aber es ist ja Platz für alle. Nachher Frühstücken und wanderfertig machen. 10km und 510 Höhenmeter bei 35° sind nicht zu unterschätzen. Das Gemotze am Anfang war nicht zu überhören, so dass im Umkreis von 200km sicher alle wussten dass hier Schweizer unterwegs sind. Und dann plötzlich weiste Jolanda Quirin in die Schranken und befahl im sofort aufzustehen. Ich war zuhinterst und dachte mir, ok aufstehen statt sitzen, aber der Ton von Jolanda fand ich schon etwas deftig. Bis mir klar wurde wieso sie so strikte war. 2m neben Quirin kroch eine Klapperschlange von dannen. Ja da ist dann schon nicht zu spassen. Ich kann ja mit Schlangen überhaut nichts anfangen, aber dass wir nun doch einmal Live eine Rattlesnake zu sehen bekamen ist ok. Weiter geht’s im Gänsemarsch. Gut etwas mulmiger war mir nun schon, denn zu manchen Fotopoints geht’s etwas abseits des Weges, und da ist die Chance so ein Reptil zu stören einfach da. Kurz danach begegnen wir Familie Frick aus Lichtenstein. Kinder im Alter unserer. Quirin wie immer laut heraus, hey Schwiiizer. Jedoch beim genaueren hinhören eben fast Schweizer. Egal. Der Tag für die Kids war gerettet. Keine Spur mehr von „i ma nid loufe“ „wie wit geits no“, „wie lang geits no“ etc. Ufeklättere, Versteckis mache, Chatterböxle“. Wir sind ja sehr dankbar und merken dass wir manchmal etwas langweilig sind für die Kids, was auch gut ist so. Die Dusche am Abend haben wir uns verdient, denn geschwitzt haben wir definitiv. Auf dem Camping finden die Kids natürlich sofort eine CH-Familie mit Kids und erzählen den Eltern dass wir guten Kaffee an Bord haben. Auf einmal stand die ganze Familie bei uns vor dem Camper um in „Laupers – Coffee – Shop“ einen langen Braunen zu geniessen. Tags darauf wollen die Girls shoppen im Ruby’s Inn Store. Ok, wir Männer leiden uns und trappen im Entenschritt hinterher. Nach diesen Strapazen fahren wir auf der Bryce Canyon Road bis ans Ende und geniessen den Blick ins Tal. Am Abend wäre geplant gewesen den Sonnenuntergang zu fotografieren. Genau, wäre geplant gewesen. Tatsächlich zog eine Regenfront auf. Ausgerechnet heute wo wir vom Campingplatz auf den Campground wechseln in den Wald. Egal, das Feuer lodert im Feuerring der Regen wartet und tatsächlich kommt nur wenig vom Himmel, aber die Wolken machen das fotografieren verblassen. BBC mit unseren Lichtensteiner Kollegen. (Hey die haben aber einen Slang... :-))

Tags darauf, nocheinmal Sunrise - Pictures von einem andern Standort. Ja die Wolken haben sich fast verzogen aber eben, nur fast. Am Horizont wo die Sonne aufgeht Wolken. Die andern packen wieder zusammen, ich warte da ich sehe dass die Sonne langsam durch die Wolken drückt. Und tatsächlich, das warten hat sich gelohnt. Orangefarbener Bryce Canyon in the Morning Sun. Nach Rückkehr in den Camper...die Kinder pfuuse immer noch, heisst es losfahren Richtung Capitol Reef N.P.

Ah, und zum Schluss noch dies, diese Familie mit dem Slang werden wir nochmals treffen...

 

Reisetage: 21. Juli bis 27. Juli

Von: Bryce Canyon N.P., Utha bis Arches N.P.

Meilen: 370

Wetter: 43°

Wir verlassen den Bryce Canyon frühmorgens mit Ziel Moab, das ca. 360 Meilen nordöstlich liegt. Wir fahren nicht den direkten Weg, denn wir haben's nicht eilig und es liegen einige Sehenswürdigkeiten an der Strecke. Am Ende des Tages hätten wir dann aber doch nicht gedacht, dass wir nur so weit kommen. Aber der Reihe nach.

Wir starten auf dem Hwy 12 Richtung Osten. Marco hat die Idee nach Escalante auf die Hole in the Rock Road zu fahren, da es da einige Sehenswürdigkeiten gibt. Die Strasse entpuppt sich dann aber als teilweise raue Gravelroad, sodass wir zu Beginn kurz beratschlagen, was wir tun wollen, zumal die Road gute 50 Meilen lang ist, high Clearance auch für 2x2 recommended ist und der letzte Teil nur mit 4x4 befahrbar ist. Auf einem Schild lese ich, dass bis Devils Garden 12 Meilen zu fahren sind und es dort Picknick-Tische hat. Dazu sollen dort schöne Gesteinsformationen zu sehen sein. Also wagen wir es und fahren 20 km Schotterpiste. Die Kinder sind schon wach, ansonsten wären sie es durch das Geholper bald geworden. Das Geschüttel erinnert Marco und mich an die Routa 40 in Patagonien, wobei wir diese nicht mit einem 31 feet Camper, sondern nur mit einem Toyota Büssli gefahren sind.

Nach endlosen Minuten kommen wir im Devils Garden an, wobei uns dieser Platz sehr idyllisch dünkt, und eher die Fahrt dahin einem Höllenritt gleichkommt (s'het ja niemert gseit, dass mer mit so eme grosse Chlapf muess dert hingere fahre…). Anyway, die Sache hat sich gelohnt. Wir geniessen unser Zmorge an einem Schattenplatz (die Sonne brennt schon unerbittlich auch um 9.30 Uhr morgens). Mit der Kamera bewaffnet, nehmen wir anschliessend die Felsformationen etwas genauer vor die Linse. Andri versucht möglichst auf jeden dieser Felsen raufzuklettern, was ihm meist gelingt, trotz der glatten Sandsteinoberfläche. So kurz vor Mittag machen wir uns dann auf die holprige Rückreise und sind froh, dann wieder auf dem Hwy 12 etwas zügiger vorwärtszukommen. Naja, ein Fotohalt hier, ein Fotohalt da und dann kommt uns unterwegs auch noch eine Badegelegenheit an einem Fluss in die Wege… da kommt man auch auf einer asphaltierten Strasse nicht wirklich vom Fleck. Und als wir dann auf einem schönen Aussichtspunkt kurz vor Boulder noch das gemütliches Kiva Koffeehouse entdecken, meldet sich schlagartig der Magen mit einem knurrenden Hungergefühl. Okay, okay, auf die paar Minuten mehr kommt es auch nicht wirklich drauf an.

Nach Boulder verändert sich die Landschaft. Stetig schraubt sich der Hwy bis auf 2800müM. und somit wird es um uns herum immer bewaldeter mit immer wieder atemberaubenden Aussichten. Mit dem Aufstieg kommt bei mir schlagartig das Kopfweh. Irgendwie verkrafte ich die Höhenunterschiede in diesen Ferien nicht so gut wie in anderen Jahren (mer wird haut nid jünger…), wobei ich zu meiner Entlastung sagen muss, dass wir mancherorts innnerhalb eines Tages mehrere Hundert Höhenmeter rauf- und runter gefahren sind.

Beim Single Tree Campground unweit von Torrey gebe ich Forfait. Der Campground ist top (Platz Nr. 19), sogar Frischwasser hat es an mehreren Stellen hier und Flush Toilets (WC mit Wasserspülung), ein absoluter Luxus mitten im Wald. Die Kids sind eifrig daran Tannzapfen und Nadeln der Ponderosa Pine (sehr gute Alternative zur Anzündflüssigkeit) zu sammeln, um ein tolles Feuer machen zu können. Solche Campgrounds im Wald sind einfach der Hammer für Kinder und Teenies. Kaum raus aus dem Camper, haben sie schon die tollsten Ideen, was man wo machen könnte und es wird sofort versucht diese Ideen in die Tat umzusetzen. Irgendwann nach dem Essen beruhigt sich auf mein Kopf und wir lassen den Tag bei einem tollen Feuer ausklingen.

Am nächsten Tag wollen wir nun aber ganz sicher bis Moab kommen. Wenn es doch nicht immer einen Grund zum halten gäbe… In Torrey kaufen wir das nötigste ein, damit wir am Strassenrand frühstücken können. Weiter geht’s auf dem Hwy 24 nach Fruita. Dort zweigt die Stichstrasse in den Capitol Reef NP ab, welche wir aufgrund der Campergrösse nicht ganz befahren können, der Teil den wir sehen, aber durchaus schon eine Fahrt wert ist. Die roten Felsformationen hier sind wieder ein krasser Gegensatz zu den Wäldern, in welchen wir die Nacht zuvor verbracht haben. Es ist einmal mehr eindrücklich, wie sich eine Landschaft auf nur wenigen Kilometern verändern kann.

Zurück in Fruita klettert Marco auf die Bäume, ausnahmsweise nicht um irgendwelche Frisbees oder fliegende Drachen und Pfeile herunter zu holen, sondern um Aprikosen zu pflücken! Genau! In Fruita hat es Obstplantagen (und das obwohl es im Capitol Reef NP liegt) und hier darf / kann man Aprikosen, Pflaumen und Äpfel selber pflücken. In kürzester Zeit und unter tatkräftiger Hilfe von allen haben wir knapp 5 Kilo reife und superfeine Aprikosen gepflückt Mmmh, lecker schmecker! Leider liegen aber wahnsinnig viele überreife Aprikosen auch unter den Bäumen, dass es uns richtig reute, diese liegen zu lassen. Zum grössten Teil sind sie schon halb verfault und kleben drum so richtig schön an den Schuhen, wääähh.

Nach einem kurzen Mittagshalt dort in dieser oasenähnlichen Umgebung (leider inkl. lästiger Stechfliegen) geht unsere Reise weiter bis nach Hanksville, wo wir in einem Market noch das Nötigste einkaufen für die nächsten Tage. Dann brettern wir den Hwy 24 Ri Süden weiter, fahren auf den Hwy 95, immer die Thunderstorms im Nacken, die sich uns unerbitterlich nähern, bis sie uns im Natural Bridges NM eingeholt haben und sich heftigst entladen, so dass sich die rote Erde bald in kleine rote Bächlein verwandeln und überall durchfliessen, wo sie gerade die Möglichkeit dazu haben. Wenigstens ist das Gewitter bald vorüber und wir können uns doch noch eine der drei imposanten Naturalbridges (zumindest von oben) anschauen.

Uiii, schon 18 Uhr und es liegen noch über Hundert Meilen vor uns bis Moab. Janu, wir beissen in den sauren Apfel und los geht’s. Den Kinds versprechen wir ein Mc Donalds Znacht in Moab, denn 1. haben wir jetzt nicht noch Zeit zum kochen und 2. stimmen wir die drei etwas versöhnlich.

Um 20.50, exakt 12 Stunden nach Abfahrt vom Campground fahren wir in Moab auf den RV Park und ergattern uns ohne Reservation nur wenige Minuten vor Officeschliessung einen der letzten beiden freien Plätze. Ha, was für ein Himmelsreichsmoment! Der anschliessende Znacht im gelben M schmeckt dadurch noch einen Bissen besser.

Ganz ehrlich, nach zwei solchen Tagen, faulenzen wir heute auf dem Campground. Der Pool sorgt für Abwechslung und gegen Abend beginnt es noch leicht zu regnen, so dass wir unseren ersten Ausflug in den Arches NP gleich canceln.

Heute Sonntagmorgen sind wir dann aber bereits um 4.45 Uhr los gefahren in den Dead Horse State Park (furchtbarer Name für einen Park, hat aber auch seine Gründe). Der Park öffnet offiziell erst um 6 Uhr früh, aber die Strasse ist offen und man kann auch früher durchfahren. Ganz hinten am Rim dürfen wir einen wunderschönen Sonnenaufgang fotografieren. Hier sieht es aus, wie der Grand Canyon im Kleinformat. Diese Schluchten sind eindrücklich und es scheint auch ein kleiner Geheimtipp zu sein, denn neben uns waren nur etwa 5-6 Leute zugegen.

Auf meinem anschliessenden kurzen Spaziergang entlang dem östlichen Rim zum Visitorcenter (ca. 1 ½ Meilen) ist mir nur eine Person begegnet. Diese Ruhe habe ich sehr genossen.

Am späteren Nachmittag haben wir Wetterglück und fahren in den Arches. In der Windows Section gleich zu Beginn des Parks machen wir einen kurzen Rundgang zu den einzelnen Bogen. Es ist wahnsinnig heiss und Serainas Gesichtsfarbe macht bald einer reifen Tomate Konkurrenz. Im Camper herrscht Andrang auf die Wasserflaschen. Weiter geht's zum Delicate Arche, ein weltbekanntes Fotosujet im Abendrot. Dementsprechend ist der Andrang und dementsprechend muss man frühzeitig dort oben sein (4.8 km hin und zurück), wenn man noch einen guten Platz zum fotografieren erwischen will. Die Zeit ist etwas knapp und die Temperaturen noch ziemlich hoch, sodass wir beschliessen, dass nur Marco geht und ich und die Kids zurück bleiben und derweilen essen. Im Tempo des gehetzten Affen secklet Marco in rund 20 Minuten den Hügel hoch, wie er uns später erzählt. Das heisse Wetter hinterlässt wohl seine Spuren…

Wir sind spät zurück und anderntags wieder früh auf. Um 9 Uhr haben wir einen Termin in der Garage. Unser Camper braucht einen Ölwechsel. Und wir nutzen die Zeit und laufen derweilen ins Dorf zurück, um durch die Läden zu streifen auf der Suche nach dem einen oder anderen Souvenir. In der Kaffeerösterei (Moab hat eine eigene Kaffeerösterei und auch eine Bierbrauerei, das Bier ist wirklich gut, obwohl wir da keine grosse Erfahrung haben, wir sind mehr auf Whisky spezialisiert) gönnen wir uns einen superfeinen Cappuccino. Allen Kaffeeliebhabern können wir dieses Cafe nur wärmstens empfehlen. Nebst Souvenirs mache ich mich zwischendurch auch auf die Suche nach Quirins Sonnenbrille, die er in seiner kindlichen Begeisterung in irgendeinem Laden liegen gelassen hat, als er etwas spannendes entdeckt hat. Glücklicherweise werde ich bald fündig, sonst hätten wir noch eine Extratour für einen Sonnenbrillenkauf einlegen müssen.

Drei Stunden später, bepackt mit Taschen, verschwitzt und ziemlich erhitzt (von der Sonne) stehen wir wieder vor der Garage und nehmen unseren frisch geölten Camper wieder in Empfang. Noch vor dem Zmittag kühlen wir uns eine runde im Pool ab.

Gegen Abend tauchen wieder Gewitterwolken auf und es beginnt zu tröpfeln. Ausgerechnet jetzt, kurz vor dem Nachtessen und dem angekündigten Besuch. Das Wetter ist uns gnädig gestimmt und wir essen doch noch draussen und das Wetter lässt es sogar zu, dass die Kinder unseres liechtensteinischen Besuchs sogar noch mit unseren dreien im Pool baden gehen können.

Dafür hocken die Wolken dann am anderen Morgen zäh am Himmel, als ich um 4.30 Uhr aufstehe, um nachzusehen, ob das Wetter stimmt für einen Sonnenaufgang beim Mesa Arch im Canyonlands NP. Ok, wieder zurück in die Federn und noch eine Runde schlafen. Mit fotografieren ist heute morgen nichts.

Um 11 Uhr tauchen unsere erwarteten Bekannten aus der Schweiz auf, die auch auf Rundreise sind. Wir freuen uns sehr, Gfellers zu sehen. Einmal mehr ist es Gewissheit, dass die Welt eben doch sehr klein sein kann (wenn das Timing stimmt). Der Tag vergeht schnell, wenn man sich viel zu erzählen hat. Und da sie noch nicht im Arches waren und nicht so viel Zeit haben wie wir, beschliessen wir, gegen Abend nochmals zum Delicate Arche zu fahren.

Kaum im Arches NP angekommen, holt uns auch ein Gewitter ein und der Himmel öffnet seine Schleusen grosszügig. Also das mit den schönen Sunsetfotos können wir wohl streichen, denken wir. Zum Glück verzieht sich das Gewitter relativ schnell, was hier nicht unüblich ist. Vorsichtshalber nehmen wir den Föteler trotzdem mit, mer weiss ja nie… Diesmal gehen auch die Kinder und ich mit auf den Delicate Walk. Dank des Gewitters sind die Temperaturen zünftig gefallen und dadurch ist der Aufstieg sehr angenehm. Ich freue mich den Delicate Arch jetzt auch in voller Grösse zu sehen, nachdem ich vor 8 Jahren schwangerschaftsbedingt darauf verzichtet habe. Es ist schon speziell wie sich ein solcher Gesteinsbogen so exponiert wie er ist, so gut halten kann. Rundherum ist kein anderer Bogen zu sehen, nur Fels.

Auch Gfellers gefällt der Anblick und Christoph versucht die schönsten Fotopositionen herauszufinden, was angesichts der vielen Leute nicht immer ganz einfach ist. Man muss schon immer wieder aufpassen, nicht jemandem vor der Linse durchzustolpern. Und dann kurz vor Sonnenuntergang, schafft es die Sonne unter den Wolken durchzugückseln und sie taucht mit den letzten Sonnenstrahlen den Delicate Arch in ein goldenes Licht. Amazing! Den Rückweg schaffen wir gerade noch im letzten Dämmerlicht und bis wir wieder unten sind in Moab ist es finster.

Bei Kaffee und Feierabendbier beschliessen wir am nächsten Morgen früh aufzubrechen, um den Mesa Arch im Cayonland NP bei Sonnenaufgang zu fotografieren. Also ab ins Bett, dass wir dann um 4.45 abfahrtbereit sind.

4.44 Uhr sind wir startklar (puaahh, so pünktlich waren wir noch nie) und im Convoi fahren wir die 40 Meilen (ca. 65 km) in einer knappen Stunde (zu dieser Zeit ist ja auch noch nicht viel los auf den Strassen). Marco läuft mit Gfellers schon los, um noch einen guten Platz zu ergattern zum fötelen. Dieser Spot ist sehr beliebt und die Touristen werden mit grossen Bussen hierher gekarrt (v.a. Chinesen). Ich bleibe noch eine Weile im Camper, da die Kinder noch alle tief und fest schlafen und wir sie nicht so lange alleine lassen wollen, wenn der Camper nicht in Sichtweite steht. So habe ich noch etwa eine halbe Stunde Zeit und die nutze ich, um mein spannendes Buch fertig zu lesen. Da ich gelesen Bücher weiterverschenke (diesmal an Jürg; hoffe, es hat dir gefallen), gibt das wieder etwas Platz für ein Souvenir.

Als ich dann also eine gute halbe Stunde später beim Mesa Arch bin, trifft mich fast der Schlag. Eine chinesische Invasion scheint ausgebrochen zu sein (übrigens nicht die erste die mir begegnet, es hat unglaublich viele Chinesen in Amerika), so dass die anwesenden Europäer und Amerikaner fast untergehen. Dank Marcos Vorliebe für leuchtfarbenen TShirts, finde ich ihn schnell in der Menschenmasse und ergattere mir noch in seiner Nähe ein Plätzchen, damit ich mit meinem Handy noch ein paar Aufnahmen machen kann. Christoph höckelt neben ihm, doch Ruth und die Jungs sehe ich nirgends. Das Warten auf DEN Moment wird immer wieder unterbrochen von Rufen der Fotografen (sie kommen mir vor wie Raubtiere, die ihre Beute auflauern), doch bitte aus dem Bild zu gehen, wenn sich jemand vor den Mesa Arch verirrt. Kurz vor Sonnenaufgang dann, kommt es noch vereinzelt zu wüsten Beschimpfungen und vor der Linse herumfuchteln, wenn einem jemand in die Quere kommt. Ach, was ist der Mensch doch arm! Wir beschliessen, dass dies nach 2008 unser letzter Ausflug zu diesem Platz ist. Das Gedränge wird in den nächsten Jahren kaum besser.

Wir empfehlen daher den Dead Horse Point für den Sunrise (aber evtl. sieht es da in ein paar Jahren auch anders aus).

Um 7 Uhr sind wir schon wieder auf dem Rückweg, die Kids immer noch im Traumland. Wo wir in Moab auf dem Campingplatz eintreffen, sind sie gerade am erwachen. Gutes Timing, denn jetzt gibt’s Frühstück und anschliessend noch ein gemütliches Kaffee zusammen mit Ruth und Christoph. Andri, Seraina und Quirin nutzen derweilen noch die letzte Gelegenheit für einen Poolbesuch. Jürg lässt sich das nicht zweimal sagen und geht mit. Leider gehen auch die schönsten Momente irgendwann zu Ende und für uns heisst es Abschied nehmen. Liebe Gfellers, merci für den Austausch, die tollen Momente. Schön, dass es geklappt hat, uns an einem völlig anderen Ort der Welt zu treffen, als wir es sonst tun.

Unsere Reise geht weiter, nordwärts Richtung Salt Lake City.

 

 

 

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